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Unser Beiname - "Sächsische Semmeringbahn"

Die erste schriftliche Erwähnung, die mir vorliegt, stammt aus dem Jahr 1967. Dabei handelt es sich um einen Zeitungsartikel zum 90-jährigen Bestehen der Bahnlinie.
Ich habe den Namen lediglich aufgegriffen, auch weil ihn die RB 66 (Regionalbahn Linie 66) bei der DB Regio offiziell bis zum Jahr 2006 getragen hat.

Denn es gibt noch eine Bahn - oder besser einen Rest davon - die sich so nennt. Nämlich die ehemalige "Windbergbahn". Dort hält man sehr viel auf den Beinamen "Sächsische Semmeringbahn" und es gibt eine Internetseite, wo die Rechtmäßigkeit, vor allem aber nach dortiger Auffassung der Alleinanspruch auf den Namen begründet wird.
Leider wird hier übersehen, daß eine Werbung mit dem Namen "Windbergbahn" viel erfolgreicher sein könnte, denn er ist mit der geografischen Lage verknüpft und - so habe ich es bei vielen Gesprächen registriert - ist viel eher ein Begriff. Nicht zuletzt ist in der gesamten Internet-Präsenz immer wieder von der "Windbergbahn" die Rede.
Dort hat man sich heimlich, still und leise den Namen markenrechtlich schützen lassen. Über die Rechtmäßigkeit und moralischen Richtigkeit einer solchen Vorgehensweise kann man streiten. Auf jeden Fall ist die Art und Weise abstoßend. Dies nicht zuletzt, weil die DB Regio und der Verkehrsverbund VVO mit diesem Namen für unsere Bahnlinie geworben haben, Fahrpläne und Wagenbeschilderungen mit dem Namenszug versehen waren! Bei Bekanntwerden des Tatbestandes kurz vor dem Fahrplanwechsel 2006 war die Einspruchsfrist gegen die Namensschützung fast abgelaufen. Es waren schon wieder jede Menge Flyer und Fahrpläne gedruckt. Die mußten nun, da bei Mißachtung des Namensrechtes plötzlich gerichtliche Konsequenzen seitens der "Windbeutel-Berg-Bahner" drohten, vernichtet und neu gedruckt werden!

So erfand man 2006 auf die Schnelle einen neuen Namen, der nun offiziell in gedrucktem Material zu lesen war. Jetzt hieß die Bahn "Sächsisch-Böhmische-Nationalparkbahn". Man mag über den Namen streiten, wenigstens beschrieb er das, was es ist. Auch wenn der Nationalpark nur einen geringen Teil ausmacht.
Seit 2008 gibt es nun einen neuen Kunstnamen, noch unmöglicher als der Vorige! "Sächsisch-Böhmische-Semmeringbahn"! Unter dieser Bezeichnung wird nun einheitlich vom Bahnbetreiber, dem Verkehrsverbund, dem Landkreis und Tourismusverband geworben.

Wer weiß, hätte es unsere Linie eher gegeben und der Sächsische König hätte sie staunend befahren, vielleicht hätte er seinen viel zitierten Ausspruch "...nun haben wir auch unseren Semmering... " bei uns getan. Wie ein Artikel aus dem "Modelleisenbahner" 04'1984 (nächster Absatz) bescheinigt, ist die Namensgabe in Bezug auf unsere Strecke aber durchaus treffender.
... Auf Grund der Streckenverhältnisse und der vielen Kunstbauten wird die Strecke Bad Schandau - Sebnitz (Sa) - Neustadt i.Sa. oft als "Sächsische Semmeringbahn" bezeichnet. Wo dieser vom Volksmund oder den früher an dieser Strecke beschäftigten Eisenbahnern geprägte Name zuerst aufgekommen ist, wird man kaum noch feststellen können.
Andererseits kann meines Erachtens diese Bezeichnung in Publikationen nicht für beide Strecken (hier ist auch die "Windbergbahn" gemeint - A.F.) eingesetzt werden.
Die Semmeringbahn der ÖBB steigt von Gloggnitz nach Semmering auf einer Länge von 28,5 km um 455 m und fällt dann bis Mürzzuschlag auf 13,6 km um 215 m. die Strecke führt über 16 Viadukte mit Längen von 25 bis 288 Metern und durch 17 Tunnel sowie zwei Galerien mit 46,6 km Gesamtlänge.
Die Sebnitztalbahn von Bad Schandau nach Neustadt i.Sa. steigt von Goßdorf-Kohlmühle nach Krumhermsdorf auf einer Länge von 16,5 km um 267 m und fällt dann bis Neustadt auf 6,1 km um 72 m. Vernachlässigt man die Elbbrücke bei Bad Schandau, da sie nicht gebirgstypisch ist, so durchfährt der Zug mit Eintritt ins Gebirge bei Rathmannsdorf 7 Tunnel mit 983 m Gesamtlänge, er rollt über 2 große Viadukte bei Sebnitz und über weitere 28 größere und 41 kleinere Brücken. ... (D.Hesse, Neustadt)

Zu diesem Artikel gab es natürlich ebenfalls eine Gegendarstellung. ("Modelleisenbahner" 11'1984, J.Schubert, Freital)
Doch genug dazu. Stelle sich einer das Gezänk vor, wenn alle Orte gleichen Namens in Streit ausbrächen!

Ich werde in diesen an den Haaren herbeigezogenen Streit, der seit Mitte der 1970er Jahre immer mal wieder aufgeflammt und letztendlich eskaliert ist, NICHT einstimmen.
Ich mache niemendem (s)einen Namen streitig. Ich möchte keinen Streit ohne Ende - sondern ein Ende ohne Streit.
Was mich sehr stört und wogegen ich entschieden protestiere, ist die unschöne Art, in welcher mitunter von uns hier die Rede ist, und daß es unter Eisenbahn-Freunden überhaupt derartiges gibt!
Ich bin künftigem Ungemach aus dem Weg gegangen und trete wie eingangs genannt nun unter dem geografisch verknüpften Namen "Sebnitztalbahn" auf. Auch wenn dieser nur einen Teil der Strecke beschreibt.

Letzte Bearbeitung 22.05.2009